Programme

 

„Vom Kriegsgeschmetter zu virtuosen Kaskaden“

200 Jahre Trompetenmusik

 

Anonym                                     Improvisation zum Einzug

Placidus FIXLMILLNER           Duett (aus Kremsmünster)
(1721 – 1791)

Johann J.L.v.EISENACH          2 Capriccios
(1629 – 1703)

Johann E.ALTENBURG             Duett
(1734 – 1801)

Johann E.ALTENBURG            Suite: Intrada, Choral, Polonaise, Gigue
(1734 – 1801)

H. I. F. BIBER                             Duett
(1644 – 1704)

Anonym                                     Improvisation für Trompeten und Pauken

H. I. F. BIBER                             Duett
(1644 – 1704)

Johann E.ALTENBURG            Concerto à 7
(1734 – 1801)

H. I. F. BIBER                             Sonata à 7
(1644 – 1704)

Dauer ca.33 min

Pause

 

Henry PURCELL                     Funeral March, Canzona und Präludium
(1659 – 1695)

Valentin SNOW                       Duett
(1700 – 1770)

Stanislaus WENUSCH           Intrada und Duett Nr. 6 (Österr.Nationalbibliothek)

Johann DESSARY                 2 Aufzüge in verschiedenen Stimmungen
(? – 1841)

Stanislaus WENUSCH            Duett Nr. 8 und 9 (Österr.Nationalbibliothek)

Anton RICHTER                      3 Aufzüge in verschiedenen Stimmungen
(1802-1854)

Stanislaus WENUSCH            Duett Nr. 10 (Österreichische Nationalbibliothek)

Stanislaus WENUSCH            Duett Nr. 12 (Österreichische Nationalbibliothek)

Johann Georg GRUBER         Ein deutscher Aufzug

Franz Xaver SCHANDL          3 Aufzüge

August KLEINPETER              Aufzug für 4 Trompeten und Pauken

Gunter KRONECKER              Parthia in D
(Kremsmünster)

 

Dauer ca.30 min

Besetzung: 8 Trompeten, Pauke, Orgel, Posaune, (11 Musiker)

„Vom Kriegsgeschmetter zu virtuosen Kaskaden“

200 Jahre Trompetenmusik

Im 17. und 18. Jahrhundert hatte die Trompete wohl ihre beste Zeit! An den verschiedenen Höfen Europas waren bis zu 24 Trompeter engagiert. Sie wurden zu repräsantiven Zwecken eingesetzt und sollten die Macht des Herrschers untermauern!

Im ersten Teil dieses Programmes wird dieser Epoche der entsprechende Glanz verliehen.

Mit dem sich zu Ende neigenden 18. Jahrhundert geriet die Trompete in eine Krise. Komponisten schrieben immer wahnwitzigere Stücke, die aus physischen Gründen nur mehr schwer zu blasen waren. In dieser Umbruchszeit versuchte man die Trompete zu chromatisieren, was bedeuten sollte, dass man auch in der tieferen Lage nicht nur Naturtöne, sondern alle Zwischentöne, hervorbringen konnte!

Der Vorreiter in dieser Entwicklung war ein gewisser Anton Weidinger, Trompeter seinerseits in Wien, der eine bis dahin übliche Naturtrompete öfters wand, also bei gleicher Rohrlänge kürzer baute und sie mit Klappen versah, ähnlich einer Klarinette.

Diesem Herrn und seiner Trompete war es zu verdanken, dass Franz Joseph Haydn ein Konzert für Trompete und Orchester schrieb, das bis heute eines der bedeutendsten Stücke für Trompete ist.

Im zweiten Teil dieses Programmes wollen wir genau diese Zeit beleuchten, von der viele Stücke zu Unrecht in Vergessenheit gerieten.

Einige dieser Stücke konnten wir in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, aber auch im Stift Kremsmünster finden.

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„Trummet“ ist ein herrlich Instrument…… 

Barocke und klassische Musik für Trompeten-Consort

 

C. Bendinelli                         Einzugsmusik nach Tradition der Hoftrompeterkorps
(1542 – 1617)

J. G. REICHE                        Fanfare für Solotrompete um 1720
(1667 – 1734)

G. FANTINI                           Sonate Nr. 3, detta del Niccolini
(1600 – 1675)

ANONYM                             4 Aufzüge
Wien

R. WEICHLEIN                     3 Duette, Der Halter, Der Gu gu, Gute Nacht
(1652 – 1706)

ANONYMUS                         Sonate á 5 Clarini in C-Dur
Kremsier (1670)

A. D. PHILIDOR                    Marsch für Pauke Solo
(1652 – 1730)

F. DONNINGER                   Aufzüge einer musikalischen Seeschlacht
(1716 -1781)

G. FANTINI                          Sonata a due trombe, detta del Gucciardini
(1600-1678?)

G. FANTINI                          Sonate Nr. 3, detta del Nero
(1600-1678?)

A. SALIERI                           2 Aufzüge für 8 Trompeten in 2 Chören
(1750-1825)

B. PASQUINI                        Variazioni Capricciose
(1600-1678?)

H. I. F. BIBER                      Sonata S. Polycarpi á 9
(1644 – 1704)

Dauer: ca.60 min

Besetzung: 8 Trompeten, Pauke, Orgel, Posaune, (11 Musiker)

 

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Musica Maestosa da Camera

Barocke und klassische Musik für Trompeten-Consort aus Österreich

 

C. Bendinelli                         Einzugsmusik nach Tradition der Hoftrompeterkorps
(1542 – 1617)

J. G. REICHE                        Fanfare für Solotrompete um 1720
(1667 – 1734)

G. FANTINI                           Sonate Nr. 3, detta del Niccolini
(1600 – 1675)

R. WEICHLEIN                     3 Duette, Der Halter, Der Gu gu, Gute Nacht
(1652 – 1706)

ANONYMUS                         Sonate á 5 Clarini in C-Dur
Kremsier (1670)

A. D. PHILIDOR                    Marsch für Pauke Solo
(1652 – 1730)

J. STARZER                        Musica da Cammera moltò particulara
(1728 – 1787)                    für 5 Clarini, 2  Chalumeaux und 4 Pauken

F. DONNINGER                   Aufzüge einer musikalischen Seeschlacht
(1716 -1781)

G. FANTINI                          Sonata a due trombe, detta del Gucciardini
(1600-1678?)

G. FANTINI                          Sonate Nr. 8, detta del Nero
(1600-1678?)

W. A. MOZART                    Divertimento für 5 Clarini, 2 Chalumeaux und 4 Pauken
(1756 – 1791)

A. SALIERI                         2 Aufzüge für 8 Trompeten in 2 Chören
(1750 – 1825)

J. Haydn                             aus: Stücke für Flötenuhr für Orgel
(1732 – 1809)                                                                                                           

H. I. F. BIBER                     Sonata S. Polycarpi á 9
(1644 – 1704)

Dauer: ca.60 min

Besetzung: 8 Trompeten, Pauke, Orgel, Posaune, 2 Klarinette bzw Chalumeaux; (13 Musiker)

Musica Maestosa da Camera

Barocke und klassische Musik für Trompeten-Consort aus Österreich

Das vorliegende Programm beinhaltet einen Querschnitt der höfischen Literatur für Trompeten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Musik für eine solistische Trompete bis hin zu Kompositionen, die ein Trompeten-Consort mit bis zu elf Ausführenden verlangt, demonstrieren eine atemberaubende Klangpracht. Die Akustik vieler barocker Kathedralen bot sich für chorische Aufstellungen an, und so wird auch der Konzertraum von allen Seiten beschallt, um klanglich und dynamisch alle Facetten der barocken Trompeten-Musik erlebbar zu machen.

Durch die Verwendung von Kopien historischer Trompeten und der Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis erklingen die Werke so, wie es sich die jeweiligen Komponisten vorgestellt haben könnten.

Ein weiterer Programmschwerpunkt neben der höfischen Repräsentationsmusik liegt auf der wenig bekannten, spätbarocken bzw. klassischen Kammermusik für Trompeten-Ensembles. Einige Komponisten, darunter Joseph Starzer und Wolfgang Amadé Mozart, verstanden es, Trompeten mit sehr leisen Holzblasinstrumenten zu kombinieren und so völlig neue klangliche und dynamische Möglichkeiten zu schaffen. Joseph Starzers Musica da Cammera für fünf unterschiedlich gestimmte Trompeten, vier Pauken und zwei Chalumeaux zeigt dies in besonderer Weise auf: die fünf Trompeten konzertieren im galanten Stil zusammen mit den beiden Chalumeaux (klarinetten-ähnliche Instrumente des 18. Jahrhunderts) und werden von den Pauken, die als Basso continuo eingesetzt sind, begleitet.  Dass dieses Werk der russischen Kaiserin Katharina II., an deren Hof in St. Petersburg Joseph Starzer zwischen 1760 und 1770 als Hofkomponist diente, gewidmet ist, spiegelt sich in der hohen musikalischen Qualität der einzelnen Sätze wider.

Nicht minder bemerkenswert ist das Divertimento KV 188 für fünf Trompeten, vier Pauken und 2 Flöten von Wolfgang Amadé Mozart. Dieses um 1773 in Salzburg entstandene Werk könnte für ein Pferde-Ballet konzipiert worden sein. Die Flöten-Stimmen werden im vorliegenden Programm mit früh-klassischen Klarinetten gespielt. Diese Praxis ist aus musikhistorischer Sicht vertretbar, zumal es sich bei der Klarinette um ein Lieblingsinstrument Mozarts handelt und die frühe Form der Klarinette häufig als Trompeten-Substitut verwendet wurde. Bereits der Name „Clarineto“, ein Diminutiv des Terms „Clarino“ (Trompetchen), zeigt die enge Bindung dieser beiden Instrumente im 18. Jahrhundert auf. Der deutsche Musikschriftsteller Johann Christoph Weigel führt dies im Musicalischen Theatrum (1722) treffend aus:

„Wann der Trompeten-Schall will allzulaut erthönen / so dient das Clarinet auf angenehme weiß“.

Dr. Ernst Schlader
Musikinstrumenten-Museum Schloss Kremsegg