Ensemble des Schwanthaler Trompetenconsort

„Trummet: Ist ein herrlich Instrument,wenn ein guter Meister / der es wol und künstlich zwingen und regieren kan / drüber kömpt……“
(Michael Prätorius in „Syntagma Musicum“, 1619)

So beschrieb im Jahr 1619 der deutsche Musikgelehrte Michael Praetorius die Trompete. Dieses Instrument, das in verschiedenen Formen seit 3500 Jahren den Menschen gleichermaßen in Krieg und Frieden begleitet, erlebte im 17. und 18. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Trompeter, die auf höchstem Niveau ausgebildet und teilweise in Zünften organisiert waren, gehörten zu den wichtigsten Mitgliedern von Hofkapellen, Stadtpfeifern und kirchlichen Orchestern. Mit dem strahlenden Klang der Trompete verband man die Macht und den Prunk der geistlichen und weltlichen Obrigkeiten.

Bis zur Erfindung der Ventile im 19. Jahrhundert waren Trompeten meist als Naturton-Instrumente in Gebrauch. Durch das Anbringen verschieden langer Zusatzbögen konnte zwar die Grundstimmung verändert werden, der Tonumfang blieb jedoch auf die Naturton-Reihe beschränkt.
Um das Spiel in der hohen „Clarin-Lage“, die ab dem Ton c2 beginnt, beherrschen zu können, bedurfte es jahrelanger Übung und einer guten körperlichen Konstitution. Erst dann war es möglich, die virtuosen und sehr hohen Trompeten-Parts, wie sie von barocken Komponisten häufig geschrieben wurden, zu meistern.

Das im Jahre 2000 gegründete Schwanthaler Trompetenconsort besteht – wie in damaliger Zeit üblich – je nach Programm, aus bis zu 8 Trompeten, Pauken und Basso Continuo. Derartige Trompetenkorps traten bei Festlichkeiten an den höfischen Metropolen Europas auf und repräsentierten – je nach Größe – die Macht des Herrschers.
Es wurde als Tafelmusik, bei Rossballetten, Festlichkeiten und Prozessionen gespielt. Das Schwanthaler Trompetenconsort lässt diese Traditionen und deren besonders festlichen Klang wieder auferstehen.

2011 gewann das Ensemble den internationalen H.I.F.Biber Wettbewerb mit der Höchstpunktezahl.

Durch die Verwendung originaler Instrumente als auch deren Kopien und der Berücksichtigung historischer Aufführungspraxis erklingen die Werke so, wie es sich die jeweiligen Komponisten vorgestellt haben könnten.

 

Dr. Ernst Schlader
Mag. Franz Landlinger